Honoraranspruch des freien Fotografen bei Print- und Online-Nutzung

Nach einer Entscheidung des Oberlandesgerichts D├╝sseldorf (Urteil vom 13.07.2010, Az. I-20 U 235/08) steht dem Fotografen kein zus├Ątzliches Honorar f├╝r die Nutzung seines Fotos in der┬á E-Paper-Ausgabe neben der Printausgabe zu.

Das Gericht begr├╝ndet seine Entscheidung damit, dass es jedenfalls gegen├╝ber freien Mitarbeitern ├╝blich sei, die Ver├Âffentlichung von Lichtbildern in einem E-Paper neben der Printausgabe nicht gesondert zu verg├╝ten. Das Gericht st├╝tzt sich dabei auf ein in dem zugrundeliegenden Verfahren┬á eingeholtes Sachverst├Ąndigengutachten. Der Gutachter habe dort nachvollziehbar ausgef├╝hrt, dass nach seinen Nachforschungen Tageszeitungsverlage gegen├╝ber freien Fotografen keine gesonderte Verg├╝tung f├╝r die Nutzung in einem E-Paper zahlen. Nur ein geringer┬á Bruchteil von Zeitungs- und Zeitschriftenverlagen zahle f├╝r elektronische Ausgaben eine gesonderte Verg├╝tung. Dies sei nur bei Bildagenturen anders, welche eine gesonderte Verg├╝tung erhielten.

Auf dieser Grundlage hielt das OLG Düsseldorf die Schadenersatzforderungen  des Fotografen nicht für begründet.

Dem Fotografen als Urheber stehen f├╝r die Berechnung seiner Forderungen auf Schadensersatz grunds├Ątzlich drei Berechnungsmethoden zur Verf├╝gung:

  1. Erstattung einer sogenannten fiktiven Lizenzgeb├╝hr (=Lizenzanalogie)
  2. Ersatz des entgangenen Gewinns
  3. Herausgabe des Verletzergewinns.

Vorliegend hatte sich der klagende Fotograf f├╝r die Berechnung im Wege der fiktiven Lizenzgeb├╝hr entschieden. Bei dieser Berechnungsmethode, die auch als Lizenzanalogie bezeichnet wird, kann der Urheber die angemessene Verg├╝tung als Schadenersatz verlangen. Als angemessen wird dabei eine Lizenzgeb├╝hr erachtet,┬á die bei vertraglicher Einr├Ąumung eines entsprechenden Nutzungsrechts ein vern├╝nftiger Lizenzgeber gefordert und ein vern├╝nftiger Lizenznehmer gew├Ąhrt h├Ątte, wenn beide die im Zeitpunkt der Entscheidung gegebene Sachlage gekannt h├Ątten. Da das Gericht nun aber auf der Grundlage der Beweisaufnahme zu dem Ergebnis gelangt war, dass mit freien Mitarbeitern ├╝blicherweise keine gesonderte Verg├╝tung f├╝r die Nutzung von Fotos in einem E-Paper vereinbart wird, war dem Fotografen kein Schaden entstanden, so dass die Klage als unbegr├╝ndet abzuweisen war.

Gesetzliche Regelungen zur angemessenen Verg├╝tung des Urhebers finden sich in ┬ž┬ž 32 ff. Urheberrechtsgesetz.

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